1. Einstimmung: GL 536,1-3 (Gegrüßet seist du Königin…)

Der Text des Liedes „Gegrüßet seist du, Königin“ ist im 19. Jahrhundert entstanden; sein Inhalt aber geht zurück auf das SALVE REGINA, eine marianische Antiphon, die seit etwa 900 Jahren gesungen wird. Unsere heutige Betrachtung lässt sich von den Gedanken leiten, die im Salve Regina ausgesprochen sind.

2. Betrachtung:

Der Mann. der das „Salve Regina“ zum ersten Mal gesprochen hat, musste in seinem Leben schweres Leid tragen. In seiner Not wandte er sich an Maria, bei der er Hoffnung und Trost suchte.

Es war der selige Hermann; er lebte im 11. Jahrhundert. Er kam schon als siebenjähriges Kind zu Mönchen auf die Insel Reichenau im Bodensee. Aus seiner Lebensgeschichte wissen wir, dass er von Geburt an gelähmt war und sich ohne fremde Hilfe nicht bewegen konnte. Seine Kameraden nannten ihn den „Gekrümmten“, weil er nicht aufrecht stehen konnte. Heute würden wir sagen, er war schwer behindert.

Aus dieser Notlage heraus hat Hermann im Gebet und in der Betrachtung Trost und Kraft gesucht.

Und Gott zeichnete ihn aus durch besondere Geistesgaben.

Unter seinen vielen schriftlichen Aufzeichnungen finden sich bekannte Mariengebete. Eines der schönsten ist das „Salve Regina“ (Sei gegrüßt, o Königin!).

Wir grüßen Maria, die Königin und Mutter.

Mit dem seligen Hermann wenden wir uns zu Beginn des Gebetes an Maria.

Wir grüßen sie, ähnlich wie der Erzengel Gabriel sie gegrüßt hat, und nennen sie Königin – Mutter der Barmherzigkeit – unser Leben und unsere Wonne – unsre Hoffnung. In jedem dieser Titel wird unser Vertrauen auf Maria, die Mutter des Erlösers, deutlich.

Sie ist unsere Königin.

Sie strahlt wie eine Königin an der Seite des Königs Güte, Liebe zu den Armen, Mütterlichkeit aus.

Sie hat ein Auge für die Notleidenden, sie hat ein Ohr für die Bittenden, sie hat ein Herz für die Kleinen und Leidgeprüften.

Wir nennen Maria die Mutter der Barmherzigkeit.

Dieser Titel weist darauf hin, dass Maria eine liebende und sorgende Mutter ist. Das gilt auch dann, wenn wir Schuld auf uns geladen haben. Sie gibt uns Vertrauen und Mut, dass wir wie der verlorene Sohn zum barmherzigen Vater zurückkehren können. Sie zeigt uns den Weg, der zu Gott zurückführt und erfleht uns sein Erbarmen

Wir nennen Maria „unser Leben und unsere Wonne“.

Damit meinen wir, dass Maria als die Mutter Jesu uns Freude bringt. Sie hat uns Jesus geboren, der unserem Leben Sinn gibt und uns das wahre Leben schenkt, denn er ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“.

Maria ist unsere Hoffnung.

Jedes Jahr feiern wir die Aufnahme Mariens in den Himmel. Das Fest erinnert uns daran, dass Maria bei Gott ist und die Freude erfährt, die Jesus allen versprochen hat, eine Freude, die nie aufhört. Durch Maria haben wir die Zuversicht, dass uns allen einmal diese Freude geschenkt wird, wenn wir wie sie auf Gott hören.

Wir rufen zu Maria

Viele Menschen sind von Leid gequält. Sie sind bedrängt durch Krieg und Verfolgung, durch Hunger und Krankheit, durch Katastrophen und Unglücksfälle, durch Angst und Einsamkeit.

Der Verfasser dieses Gebetes hat an seinem eigenen Leib das Elend und die Not dieser Welt erfahren. Er hat erkannt, dass Leid, Krankheit und Tod etwas zu tun haben mit der Erblast, die auf alle Menschen gekommen ist.

Wir alle sind Kinder Evas, die die ursprüngliche Nähe und Geborgenheit in Gott verloren haben.

Aber wir sind auch Kinder Mariens, denen Gott sich in Jesus Christus wieder zugewandt hat.

Wir bitten Maria um ihre Fürsprache

Wir erinnern uns an die Begebenheit bei der Hochzeit zu Kana. Beim Festmahl war der Wein ausgegangen. Der Bräutigam war in großer Verlegenheit. Maria bat ihren Sohn, er möge helfen.

Auf ihre Fürbitte verwandelte Jesus das Wasser in Wein.

An diesem Beispiel sehen wir, was das bedeutet: Maria ist unsere Fürsprecherin.

Sie schaut auf uns und sieht unsere Not. Sie wendet sich fürbittend an ihren Sohn, denn sie weiß: Er kann helfen. Jesus verschließt sich dem Bitten seiner Mutter nicht und hilft auch uns.

Alle spüren wir auf Schritt und Tritt unsere Unzulänglichkeiten und auch die Macht des Bösen.

So rufen wir zu ihr und bitten:

Zeige uns Jesus, der Mensch geworden ist, um uns aus der Not der Sünde zu befreien.

Zeige uns Jesus, der Mensch geworden ist, um uns den Weg

voranzugehen durch dieses Tal der Tränen zum Vater, wo er uns einen Platz bereitet.

3. Ausklang: GL 535 (Segne du Maria…) oder Ges.Grp.

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