„Ich aber sage dir: Du bist Petrus – der Fels – und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen ... Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.“
In der ehem. Klosterkirche Höglwörth wurde am Mittwochabend der feierliche Patroziniumsgottesdienst – Hl. Petrus und Paulus - gefeiert.
Petrus, erster Bischof von Rom, von Jesus ausgesucht und berufen, ist und bleibt einer der prominentesten Heiligen der Christenheit, führte Diakon Peter Walter in seiner Predigt aus. Er war der einzige Apostel, von dem das Neue Testament berichtet, dass er verheiratet war, ein bodenständiger, geerdeter Mensch, ein sympathischer Heiliger, der auch um seine Schwächen gewusst habe, aufbrausend, begeisterungsfähig und auch zweifelnd. „Zweifel, so wie bei Petrus, g‘hörn zum Leben dazua. Papst Johannes XXIII hat amoi passend gsagt: ‚Wer nicht zweifeln kann, der kann auch nicht glauben‘, a Aussage, die a mir oiwei wieder guad duad!“
„Die Verkündigung des Evangeliums ist nicht nur Aufgabe von Priestern, Diakonen, Gemeindereferenten oder Wortgottesdienstleitern, sondern Aufgabe für jeden Christ .. ermutigt durch den Heiligen Geist, getragen vom Gebet und umgesetzt durch das eigene Lebensbeispiel nach dem Vorbild Jesu. Trau‘ ma uns und leb‘ ma unser Christsein glaubwürdig, damit ma andere neugierig macha und vielleicht damit anstecken kenna!“ schloss Diakon Walter.
Die Predigt ist hier im Wortlaut nachzulesen.
Der Festgottesdienst wurde musikalisch umrahmt von Kirchenmusikerin Martina Jakob (Orgel/Gesang) und Thorsten Köpke (Viola).
Am Ende des Gottesdienstes beglückwünschte Diakon Peter Walter mit herzlichen Worten den sichtlich überraschten Pfarrer Ionel Anghel zu dessen 20jährigen Priesterjubiläum (Wortlaut hier).
„Ich habe dich nie als einen erlebt, der den Herrn im Umgang mit den Menschen vernachlässigt hätte, du warst nie von oben herab, immer mit allen auf Augenhöhe. Du gehst den Menschen nicht aus dem Weg, du gehst mit ihnen, mit uns allen, bist glaubwürdig und bodenständig und hast das Herz am rechten Fleck!“
Annemarie Bauer und Barbara Aschauer vom Pfarrverbandsrat überreichten ein Präsent für den gesamten Pfarrverband.
Pfarrer Anghel bedankte sich sichtbar gerührt für die guten Wünsche und sagte unter anderem, jeder einzelne Gläubige helfe ihm, seine Berufung zu leben. Eine wertvolle Begegnung gab es für ihn auch heute beim Pidinger Seniorennachmittag: Er hatte sich schon verabschieden wollen, als ihm eine ältere Frau noch zurief, er dürfe nicht gehen, ohne ihnen allen nicht vorher den Segen gespendet zu haben: Gerade am Tage seines 20jährigen Priesterjubiläums eine spontane, schöne Erinnerung an seine Berufung.
Vor der Kirche hatten Ministranten sowie haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter aus dem ganzen Pfarrverband Aufstellung genommen, um ihrem Pfarrer die Ehre zu erweisen. Sie überreichten dem Jubilar jeweils eine Gartenblume, so dass Pfarrer Anghel am Ende einen großen bunten Strauß in den Händen hielt.

J. Stöberl