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Boarische Kreuzweg Mediation am 18.3.2018

Kreuzweg-Meditation in Wort, Musik und Bild –

Es war eine ganz besondere meditative Veranstaltung, die am 18.3.2018 in der Pfarrkirche Piding zum Still werden einlud. Eine Kreuzweg-Meditation in Wort, Musik, Gesang und Bild hatte Anni Utz als Organisatorin vorbereitet. Der Kirchenchor Piding, die Lohmayr Dirndln, die Aufhamer Klarinettenmusi und das Leonharder Quartett gestalteten das Programm. Die Texte sprach Anni Utz. Kurz und prägnant stützte sie sich dabei auf die 14 Stationen des Kreuzwegs Christi. In bayerischer Mundart gab sie die biblischen Aufzeichnungen wieder, wobei die Ausdrucksstärke der Mundart eine ganz besondere Wirkung erzielte.

Mesnerin Ulli Traxl hieß die Besucher in der bewusst dunkel gehaltenen Pfarrkirche willkommen. „Jesus wurde nicht gefragt so wie auch wir heute nicht gefragt werden, wann es recht ist, Abschied zu nehmen. Aber ein Abschied bietet wieder die Möglichkeit neu aufzubrechen“, stieg Ulli Traxl mit nachdenklichen Gedanken in die Thematik ein. Das gesprochene Wort war dann im Verlauf des Abends Sache von Anni Utz. Gestützt auf Lichtbilder wurden die 14 Stationen des Kreuzwegs Christi in kurzen prägnanten Texten erläutert. Von der Verurteilung Jesu bis hin zur Grablegung wurden die Besucher nun in Form von Bild, Text und Musik mit auf den beschwerlichen Weg nach „Golgotha“ genommen. Das Leid Christi beim Tragen des schweren Kreuzes, die Begegnungen mit seiner Mutter, mit Simon von Cyrene, mit Veronika und den weinenden Frauen wurden ebenso beleuchtet wie sein schmerzlicher Tod. Zwischen den Bildern der einzelnen Stationen und den Textpassagen arbeiteten die Musik- und Gesangsgruppen auf ihre Art und Weise die Passion Christi auf. Wenn auch das Thema an sich „keine leichte Kost“ ist, so verstanden es die Musiker und Sänger, mit Ausdrucksstärke, Musikalität und feiner Instrumentierung den Kreuzweg meditativ und dennoch nicht zu schwermütig zu gestalten. Die Sprache der Musik tat mit einer treffenden Stückeauswahl das ihre. Wenn auch der Schwerpunkt auf feinen, leisen Tönen lag, so wirkten die Instrumentalstücke keinesfalls verdrossen oder gedrückt. Vielmehr ließ das meist alpenländische Musikgut einen Hauch Leichtigkeit mitschwingen und den Hoffnungsschimmer der Auferstehung Christi an Ostern aufblitzen. Eine schöne Ergänzung zu den überwiegend regionalen Stücken waren der christliche Choral „Näher mein Gott zu Dir“ und die Melodie „Von guten Mächten wunderbar geboren“, mit denen das Leonharder Quartett das Programm bereicherte. In zahlreichen Liedern wird der Kreuzweg Christi betrachtet. Die Lohmayr Dirndln und der Pidinger Kirchenchor trugen eine Auswahl an Passionsliedern vor. Wobei die meditativen Harmonien im Familiengesang der drei Lohmayr-Schwestern eine ganz besondere Ausdrucksstärke erhielten. Ein interessantes Farbkolorit zeichnete auch der Kirchenchor, wenn die einzelnen Stimmen abwechseln zu hören waren oder sich wieder zum gemischten Gesamtchor zu vereinen. Mentaler Höhepunkt war die 12. Station „Jesus stirbt am Kreuz“ und passend dazu sang der Chor auf behutsame Weise „Vor Deinem Kreuz da will ich stille werden“. Doch der Blick wurde nach dieser Passage hin in Richtung Ostern gerichtet und Anni Utz fasste zusammen: „Es ist nicht beim Karfreitag geblieben, er ist am dritten Tag auferstanden und hat die Macht der Finsternis durchbrochen“. Entsprechend heiter und gelöst wirkte dann auch das Schlussstück der Aufhamer Klarinettenmusi und mit fröhlich unbeschwertem Klang wurde die meditative Stunde beschlossen.

Bericht und Bild: M. Horn

Einige Bildimpressionen der Boarischen Kreuzweg Meditation vom 18.3.2018 (A. Utz)