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Advent und Weihnachten in der Filialkirche St. Laurentius, Mauthausen

Neben der Pfarrkirche Maria Geburt in Piding bekommt natürlich auch das kleine, steinerne Filialkirchlein St. Laurentius in Mauthausen in der Advents- und Weihnachtszeit sein Festkleid angelegt.
Mesnerin Ulrike Traxl schafft mit Zweigen, Kerzen und Naturmaterialien eine einladende Atmosphäre für Gottesdienste, Andachten oder ein kurzes Innehalten zwischendurch.
Im Mittelpunkt des adventlichen Schmuckes jedoch strahlt die große Krippe, die vorne am Seitenaltar aufgebaut wird.
Michaela Menges, seit einigen Jahren für das Aufstellen verantwortlich, bezeichnet die Mauthauser Krippe begeistert als immer noch „im Wandel und ein Projekt vieler, die sich einbringen – genial und faszinierend zugleich“.
In diesem Jahr gibt es besonders augenfällige Neuerungen: Der in die Jahre gekommene Stall wurde einer behutsamen Renovierung unterzogen und es entstand ein von Hand gemaltes Hintergrundbild mit einer stimmungsvollen Bergkulisse. Grund genug, Michaela Menges aus dem Nähkästchen plaudern zu lassen und der neueren Geschichte der Mauthauser Kirchenkrippe auf die Spur zu kommen.
Ursprünglich wurde die Krippe vom jeweiligen Mesner im Rahmen der Weihnachtsschmuckarbeiten am rechten Seitenaltar unterm Kreuz und der Pieta aufgebaut, berichtet Michaela Menges. Der Stall stammt von Georg Egger. Die Figuren waren früher kleiner und überwiegend aus Gips, von der Machart her ziemlich durcheinander gewürfelt. Helga Gruber und ihr Team spendeten aus den letzten Flohmarkterlösen einen Betrag und beschafften bei der Firma Gramiller in Berchtesgaden eine Grundausstattung an einheitlichen Holzfiguren: die Hl. Familie, die Hl. Dreikönige, Kamel, Ochs und Esel, Wasserträgerin, div. Hirten und Schafe. Firma Gramiller spendierte wegen Geschäftsaufgabe noch zwei Figuren dazu.
Jedes Jahr Anfang Advent wurden die Pieta und die Leuchter am rechten Seitenaltar abgebaut, damit das Podest unterm Kreuz komplett für die Krippe genutzt werden konnte. Stefan Akacs, ehem. Mesner der Pfarrei Piding, baute passende Zäune, das große Hirtenfeuer und auch einen Brunnen mit Echtwasserfunktion, die allerdings an den niedrigen Temperaturen in Mauthausen scheiterte.
Stefan Gruber steuerte einen selbst gebauten Kometen inkl. Gestell bei. So konnte der Stern die entsprechende Position an der Stallspitze einnehmen.
Von Ulrike Traxl stammt die Idee, wechselnde Kopien von Ausmalvorlagen oder kleine Geschichten für die Kinder zur Krippe dazuzulegen.
Mittlerweile sind die Figuren wieder eher gemischt – das liegt daran, erläutert Michaela Menges, dass sie gerne jedes Jahr einen passenden Engel oder kleine Tiere dazu gibt, um für Kinder und Erwachsene, die zum „Kripperl schauen“ in die Kirche kommen, immer wieder etwas Neues zum Entdecken parat zu haben. Die ursprünglichen Gipsfiguren waren ihr bei Anschaffung der Holzfiguren sowieso zu schade zum Entsorgen gewesen und kommen so zusätzlich zum Einsatz, soweit sie dazu passen. Auch der Gipselefant als Begleiter der Hl. Dreikönige tritt nach wie vor auf.
Im vergangenen Jahr hatte Ulrike Traxl den Einfall, die Krippe am linken Seitenaltar aufzubauen, da hier auch ein passenderes Altarbild ist, Maria mit dem Jesuskind. Dazu hätte die Vitrine mit der Schwarzen Madonna für die Adventszeit abgebaut werden müssen, dies scheiterte jedoch daran, dass sie zu fest mit dem Podest verankert war. Im letzten Jahr wurde sie daher umständlich mit Naturmaterialien verbaut, was einen wuchtigen Eindruck machte.
Zudem kam der Stall langsam in die Jahre. Das Dach bröselte, der Zaun war teilweise eingebrochen und der Holzwurm hatte auch schon seine Spuren hinterlassen.
Max Stöberl, der in seiner kleinen Kellerwerkstatt am Fuße der Mauthauser Kirche in Piding selbst aufwendige alpenländische Krippen baut, übernahm es, den Krippenstall behutsam zu renovieren: Er deckte das kleine Dach neu ein, erneuerte die Bodenplatte und reparierte Zaun und Innenstall.
Für die unverrückbare Vitrine mit der Schwarzen Madonna musste allerdings noch eine Lösung her, und die nahte in Gestalt eines weiteren Pidingers: Fritz Scheerer erklärte sich bereit, eine große Holzplatte mit einem passenden Hintergrundbild zu bemalen. Ein funkelnder Sternenhimmel wölbt sich nun hinter dem Krippenstall über einer stimmungsvollen Kulisse mit heimischem Bergpanorama.
Von Hans Argstatter und Christina Holzner schließlich bekam die Pfarrei Piding ein großes Geschenk: Sie fertigten für die Christbäume in Mauthausen viele goldene Papiersterne an, wie sie die Christbäume in der Pfarrkirche schon seit einigen Weihnachten schmücken.
Allen genannten und auch ungenannten Helfern und Spendern, die sich im Lauf der Jahre mit ihrer Zeit und ihren Fertig- und Fähigkeiten um die Mauthauser Kirchenkrippe und den Weihnachtsschmuck verdient gemacht haben, möchte die Pfarrei Piding an dieser Stelle ein aufrichtiges „Vergelt’s Gott“ aussprechen.