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Die Situation fordert uns heraus

Liebe Schwestern und Brüder!

Diese Situation fordert uns heraus. Wir sollten durch verantwortliches Handeln unseren Beitrag dazu leisten, die Bemühungen aller um eine Eindämmung der Pandemie zu unterstützen, wo es geht.

Ich lade Sie, Euch hiermit ein, dass wir uns wiederum durch das Gebet vereinen und füreinander beten! Nehmen Sie sich allein oder mit Ihren Angehörigen Zeit, um ein Gebet zu sprechen. Zünden Sie dabei eine Kerze an. Halten Sie die Hände empfangend offen und geben Sie sich, Ihre Mitmenschen, diese schwierige Zeit und all ihre Sorgen, Gedanken und Empfindungen durchs Gebet in Gottes haltende, schützende und tröstende Hand! Eine Auswahl an möglichen Gebeten finden Sie im weiteren Verlauf dieses Textes.

Ich wünsch Ihnen allen Gottes Segen und Kraft,

Ihr Pfarrer Ionel Anghel

GEBETE

Herr Jesus Christus, bleibe bei uns 
als das Licht in unserer Finsternis
als die Macht in unserer Ohnmacht
als das Leben in unserem Tod
als der Trost in unserem Leid
als die Kraft in unseren Versuchungen
als das Erbarmen in unserer Friedlosigkeit
als die Hoffnung in unserem Sterben 
als das Leben unseres Lebens.

(Margret Schäfer-Krebs; GL 5,5)

 

Wachse Jesus, wachse in mir, 
in meinem Geist, 
in meinem  Herzen, 
in meiner Vorstellung, 
in meinen Sinnen.

Wachse in mir in deiner Milde, 
in deiner Reinheit, 
in deiner Demut, 
deinem Eifer, 
deiner Liebe.

Wachse in mir mit deiner Gnade, 
deinem Licht und deinem Frieden.
Wachse in mir 
zur Verherrlichung deines Vaters,
zur größeren Ehre Gottes.

(Piere Olivaint, GL 6,5)

 

Mein Gott,
mein Erlöser,
bleibe bei mir.
Fern von dir
müsste ich welken und verdorren.
Zeigst du dich mir wieder,
blühe ich auf in neuem Leben.
Du bist das Licht,
das nie verlöscht,
die Flamme,
die immer lodert.
Vom Glanz deines Lichtes beschienen,
werde ich selbst Licht,
um anderen zu leuchten.
Ich bin nur wie ein Glas,
durch das du den anderen scheinst.
Lass mich zu deinem Ruhm
deine Wahrheit und diene Willen verkünden,
– nicht durch viele Worte,
sondern durch die stille Kraft der tätigen Liebe –
wie deine Heiligen –
durch meines Herzens aufrichtige Liebe zu dir.

(John Henry Newmann, GL 8,2)

 

Jesus, 
unser Gott und Heiland, 
in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt  
kommen wir zu Dir und bitten Dich:

für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind;
für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben;
für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern;
für die politisch Verantwortlichen in unserem Land und international, die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen müssen;
für diejenigen, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen;
für diejenigen, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen;
für die Menschen, die Angst haben, nun vergessen zu werden;
für uns alle, die wir mit einer solchen Situation noch nie konfrontiert
Herr, steh uns bei mit Deiner Macht, 
hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen. 
Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts, der Solidarität und der Sorge füreinander. Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen. 
Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden, wie wir miteinander in Kontakt bleiben. 

Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind, 
um uns in der konkreten Begegnung als betende Gemeinschaft zu erfahren, 
so stärke in uns die Gewissheit, dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind. 

Wir stehen in der Fastenzeit. 
In diesem Jahr werden uns Verzichte auferlegt, 
die wir uns nicht freiwillig vorgenommen haben und 
die unsere Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrechen. 

Gott, unser Herr, wir bitten Dich: 
Gib, dass auch diese Fastenzeit uns die Gnade schenkt,  
unseren Glauben zu vertiefen und unser christliches Zeugnis zu erneuern, 
indem wir die Widrigkeiten und Herausforderungen, die uns begegnen, annehmen 
und uns mit allen Menschen verstehen als Kinder unseres gemeinsamen Vaters im Himmel.  
Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

***  

Es können ein Vater unser und ein Gegrüßet seist du, Maria angefügt werden. 

Verfasser: Bischof Dr. Stephan Ackermann, Bistum Trier