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Palmsonntag - Eindrücke von Pfarrer Anghel

Heute Morgen war es für mich besonders ungewöhnlich, die Palmsegnung so allein vorzunehmen, ohne Kinder, ohne Erwachsene, die die festliche Gesellschaft versinnbildlichen, die Jesus damals in Jerusalem empfangen hat! Wie ist es Ihnen, Euch daheim gegangen? Ich bekam einige Bilder von Familien mit ihren Kindern, die das Segensgebet über die Palmbuschen daheim gleichzeitig mit mir in der Kirche beteten. Das hat mich wieder sehr erfreut!
Im Gedenken an den Palmsonntag, den wir jedes Jahr in unseren Pfarreien draußen vor der Kirche so beginnen, stellten wir in diesem Jahr einen Palmbesen in der leeren oder vor der leeren Kirche auf…
Heuer war es nicht möglich miteinander dieses Glaubensfest zu feiern, wegen des Coronavirus, der unser öffentliches Leben nun schon fast seit guten 3 Wochen lahm gelegt hat. Wie lange wird diese Situation noch dauern, wie wird es danach gehen? Wie wird es nun den Menschen gehen, die erkrankt sind, die in Krankenhäusern infizierten Patienten behandeln, die ihr Betrieb einstellen mussten, die zur Risikogruppe gehören? Was wird sich ändern in dieser und nach dieser Krisenzeit und wie? Solche und ähnliche Fragen beschäftigen die meisten von uns in dieser Zeit.
Umso wichtiger sind auf diesem Hintergrund die Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht, die uns stärken und uns Mut machen können.
Ein solches Zeichen im Glauben ist der Palmbesen, sind die Palmbuschel. Diese werden zur Beginn der Karwoche gesegnet, im Gedenken des Einzugs Jesu in Jerusalem, dort wo er für alle Menschen leiden und sterben musste, um dann aufzuerstehen. Dieser Weg Jesu kann auch für uns hinweisend sein in Krisenzeiten: nach Not und Leid kommt das Neue Leben. An dieser Hoffnung binde ich mich, mache mich fest, durch das Mitgehen und Verbinden mit Jesus im Gedenken seines Leiden, Todes und Auferstehung in dieser Karwoche. Ich lasse mich von ihm im Schlepptau durch die unruhigen, gefährlichen Gewässer des Lebens ziehen. Und so ein Palmbesen kann das Schlepptau sein, kann mich daran erinnern, Gott im Gebet meine Fragen, Sorgen, Bangen zu bringen. Mit seinem Grün und seinen Knospen ermutigt er meine Geduld und meine Hoffnung!

Eine gesegnete Karwoche wünscht Ihnen, Euch, Pfr. Anghel